Ethik auf dem Teller – Die Highlights der BIOFACH 2017

Ethik auf dem Teller – BIOFACH 2017 | Madame Dessert
Quelle: NürnbergMesse

Letzte Woche zog es mich mal wieder ins schöne Nürnberg. Diesmal ging es zur BIOFACH, der Weltleitmesse für Bio-Lebensmittel. Hier trifft sich alljährlich die deutsche und internationale Bio-Branche. Das Angebot reicht dabei von Obst und Gemüse bis zu Milchprodukten, Getränken und biologisch und fair gehandelten Naschereien. In diesem Jahr durfte ich mich im Rahmen des Bloggerrundgangs durch die Hallen der nachhaltigen Kulinarik stöbern, staunen und selbstverständlich auch ein bisschen schlemmen. Meine Highlights der BIOFACH 2017 und des Bloggerrundgangs habe ich euch im Folgenden kurz und knackig zusammengefasst.

Ethik auf dem Teller – Kulinarischer Bloggerrundgang über die BIOFACH 2017

Unter dem Motto »Ethik auf dem Teller« besuchten wir, nach einem ausgiebigen und ausgesprochen leckeren Fühstück, im Rahmen des Bloggerrundgangs ausgewählte Vertreter der wertebewussten Bio-Branche. Der Rundgang war dabei ganz wunderbar, um sich einen ersten Eindruck von Messe, Ausstellern und Produkten zu verschaffen und mehr über die Philosophien und Denkansätze der Unternehmen zu erfahren. Vielen Dank an dieser Stelle noch einmal an Stefanie Dietz und Susanne Franz für die tolle Organisation.

Ethik auf dem Teller – BIOFACH 2017 | Madame Dessert
Bloggerfrühstück auf der BIOFACH 2017 | Quelle: NürnbergMesse
Ethik auf dem Teller – BIOFACH 2017 | Madame Dessert
Quelle: NürnbergMesse

Gemeinsam. Ökologisch. Fair. – Verband Naturland

Ökologischer Anbau und fairer Handel. Diesem Creco hat sich der Verband Naturland mit seinen rund 170 heimischen und internationalen Partnern verschrieben. Steffen Reese, Geschäftsführer und seit 30 eingefleischter Vegetarier, beschäftigt sich vor allem mit der Frage, wie wir alle gemeinsam eine umfassend nachhaltige Entwicklung im Sinne der Agenda 2030 erreichen können. In dieser Agenda wurden 17 Ziele, die sogenannten Sustainable Development Goals, niedergeschrieben, die es bis zum Jahr 2030 zu erreichen gilt. Darunter unter anderem Ziele wie Armut und Hunger zu beenden, sowie Gesundheit, Bildung und gute Arbeit für alle schaffen. Allerdings seien diese Ziele ohne jedwede Verbindlichkeit, weshalb für Herrn Reese eine tatsächliche Erreichung unter diesen Umständen kaum möglich scheint. Da heisst es, die Sache selbst in die Hand zu nehmen, den Ökolandbau auch in der Tiefe weiterzuentwickeln und eine Vereinbarkeit zwischen MainstreamBio und Regionalität zu schaffen.

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Steffen Reese, Geschäftsführer Verband Naturland | Quelle: NürnbergMesse

Jacky F. – Wie eine Frucht zum Fleischersatz wurde

Kaum einen Monat ist es her, dass ich in Sri Lanka mein erstes Curry fast hätte zurückgehen lassen. Wir waren nämlich der festen Überzeugung, Hühnchen in unserem Essen zu haben. Weit gefehlt, denn bei dieser faserigen, fleischartigen Struktur handelte es sich um eine Baby Jackfruit. Diese unglaubliche Ähnlichkeit hat auch Julia Hutmann beobachtet, die selbst zwei Jahre in Sri Lanka lebte, und sich zu Nutze gemacht. Unter der Marke Jacky F. vertreibt sie in ihrem Onlineshop die in Sri Lanka geernteten Baby Jackfruits. Das Fleischersatzprodukt aus der Dose wird im Ursprungsland selbst noch wenig kommerziell genutzt und die bis zu mehreren Kilo schweren Früchte vegetieren meist ungenutzt vor sich hin.

Ethik auf dem Teller – BIOFACH 2017 | Madame Dessert
Eine Jackfruit kann übrigens in mehren Stadien der Entwicklung geerntet werden. Für ihre Produktion erntet Julia nur die etwa Ananas-großen Baby Jackfruits, die eingelegt leicht an Artischocken erinnern. Später geerntete, größere Jackruits haben einen süßen Geschmack und erinnern an eine Mischung aus Ananas und Banane.

Undines Gold – Zuckertang im Grillgewürz

Was erst einmal seltsam klingt, schmeckt tatsächlich sogar ziemlich gut. Und das sage ich als jemand, der den Geschmack von Meer und Algen wirklich nicht besonders leiden mag. Dass mir der im Aquakulturen im Nordatlantik geerntete Zuckertang in der Senf-Dill-Sauce doch schmeckt, mag aber vielleicht auch mit der geringen Dosis von 4% zusammenhängen, in der er darin enthalten ist. Nichtsdestotrotz bin ich für neu entdeckte, nachwachsende Rohstoffe offen und überwinde so für Undines Gold eben auch mal meine Meeres- und Algenphobie. Pssst: Undines Gold ist übrigens nach einer sagenumwobenen Meeresgöttin benannt, deren bezaubernder Gesang manchmal auch über dem Wasser zu hören sei.

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Die Produktpalette von Undines Gold | Quelle: NürnbergMesse

Bio Planéte – Initiative für heimische Öle

Ein richtiger Herzensmensch ist Judith Moog, die studierte Ökotrophologie, die eigentlich einmal Entwicklungshelferin werden wollte. Geprägt durch den Bio-Hof ihres Vaters Franz J. Moog spezialisierte sie sich beruflich dann aber doch auf die Herstellung naturbelassener Bio-Öle, gründete die Marke BIO PLANÈTE und baute die erste reine Bio-Ölmühle. Dabei stellt sie die hervorragenden Öle nicht einfach nur her, sondern setzt sich mit der Initiative für heimische Öle und der Organisation des 1. Deutschen Ölsaatentags auch aktiv für regionale und biologische Landwirtschaft ein.

Das ist vor allem im Bereich der Ölsaaten in Deutschland nötig, da der Anteil an Importen hier besonders hoch ist. Denn der Anbau von Ölsaaten und die Herstellung von qualitativ hochwertigen Ölen ist nicht gerade einfach. Jede Ölsaat ist auf ihre Art sehr herausfordernd. So hat alleine des Raps sieben verschiedene Schädlinge, die je nach Entwicklungsstufe von ihm naschen wollen. Frau Moog setzt dabei auf die Unterstützung der Bauern durch faire Preise, Abnahmegarantieen und Hilfe bei den Methoden. Ich sage: Weiter so!

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Judith Moog (l.) im Interview | Quelle: NürnbergMesse
Ethik auf dem Teller – BIOFACH 2017 | Madame Dessert
Quelle: NürnbergMesse
Ethik auf dem Teller – BIOFACH 2017 | Madame Dessert
Quelle: NürnbergMesse

Africrops – Mit Moringa und Baobab gegen Mangelernährung

Nieschenprodukte mit hohem Potenzial, das ist das Konzept von Africrops. Die einstigen Entwicklungshelfer wollen Hilfe zur Selbsthilfe bieten und einen Ausweg aus der Mangelernährung vieler Regionen Afrikas schaffen. Dazu nutzen sie Pflanzen wie Moringa, mit einer sehr hohen Nährstoffdichte, oder Baobab. Mit Fair Trade auf Augenhöhe möchten sie eine nachhaltige Zusammenarbeit mit der ansässigen Bevölkerung aufbauen.

Tropicai – Baby, let’s go coco!

Zwar nicht Teil des Bloggerrunggangs aber dennoch Teil meiner persönlichen Highlights der BIOFACH 2017: Der Stand von tropicai in Form einer überdimensionalen Kokosnuss. Tropicai steht für hochwertige Kokosspezialitäten aus fairem, biologischen Anbau rund um die Welt der Kokospalme. Wenn das nicht Lust auf mehr macht.

Am Stand gab es aber nicht nur die verschiedensten Produkte aus der Kokospalme, sondern auch eine der leckersten Waffelvariationen, die ich bis jetzt verschmausen durfte. Mit Kokosmehl gebacken, Kokosblütenzucker gesüßt und knusprigen Kokosflocken und cremigem Kokosblütensirup getoppt. Ganz großes Kokos-Kino, das richtig Lust auf’s Ausprobieren und Experimentieren macht.

Die BIOFACH 2017 – Main Fazit

Ich bin mit ganz wunderbaren Eindrücken von der BIOFACH 2017 nach Hause gekommen. Nicht nur, dass man sehen und spüren konnte, mit welchem Herzblut und Leidenschaft die Unternehmen hier arbeiten und ihre Produktentwicklungen voran treibt. Vor allem das daraufhin arbeiten auf eine gute, nachhaltige und gemeinschaftliche Zukunft steckt einfach an und ich wünsche mir, dass sich auch weiterhin immer mehr Menschen mit nachhaltigem Konsum auseinandersetzen.

Für die BIOFACH 2018 habe ich mir bereits zwei Tage freigehalten, denn ein Tag ist für die Menge an Informationen, Angeboten und Ausstellern einfach viel zu wenig.

Ich hoffe, ich konnte euch einen kleinen Einblick in die Welt der nachhaltigen Lebensmittel verschaffen. Genießt euren Tag und seid lieb zueinander,
Eure Madame Dessert

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