Gemüsegarten 2.0 – Bauanleitung für dein eigenes Hochbeet

Gemüsegarten 2.0 – Bauanleitung für dein eigenes Hochbeet | Madame Dessert

Mitten in der Stadt wachsen Gurken, Tomaten und Radieschen. In meinem Gemüsegarten 2.0 mache ich die Stadt zum Naschmarkt und verrate dir heute meine Bauanleitung für dein eigenes Hochbeet. Hast du Lust, deine Stadt ein bisschen grüner zu machen, dich mit deinem eigenen Gemüse selbst zu versorgen oder deinen Garten durch ein Kräuter- und Gemüsebeet aufzupeppen?

Gemüsegarten 2.0 – Bauanleitung für dein eigenes Hochbeet | Madame Dessert
Beim Bau eines Hochbeetes gibt es drei Dinge zu beachten: Die richtige Außenkonstruktion, die Schichtung mit verschiedenen Materialien und das Pflanzen der geeigneten Kräuter-, Gemüse und Früchtesorten. In diesem Post zeige ich dir, worauf du bei den einzelnen Komponenten achten musst und wie ich es selbst in meinem eigenen Hochbeet umgesetzt habe.

Das brauchst du für die Außenkonstruktion deines Hochbeets

  • 4 Seitenwände
  • enges Kaninchen- oder Mäusegitter
  • schwarze Teichfolie
  • Handtacker mit Tackerklammern

Die Maße meines Hochbeetes sind 120x65cm, mit einer Höhe von etwas über 80cm. Die schönen Haselnusswände habe ich zu meinem Sweet 30th geschenkt bekommen. Für ein Hochbeet der selben Größe benötigt ihr je zwei Seitenteile mit einer Größe von 120x80cm und zwei schmalere Teile mit 65x80cm. Meine Seitenwände bestehen aus geflochtenen Haselnussästen. Ihr könnt für eure eigene Konstruktion aber auch alte Europaletten, andere Hölzer oder Holzbretter oder sogar Steine verwenden.

Die Grundfläche eures Hochbeetes solltet ihr mit einem sehr feinen Kaninchen- oder Mäusegitter auslegen. Ansonsten knabbern sich später kleine Wühlmäuse durch euer Beet und euch bleibt nichts mehr übrig, das ihr noch ernten könntet. Da meine Außenkonstruktion sehr leicht ist, konnte ich sie einfach stürzen und das Gitter direkt am äußeren Rahmen festtackern. Ansonsten reicht es aber auch, wenn ihr das Gitter einfach an den Boden legt und euer Hochbeet darauf baut.

Ist eure Konstruktion soweit aufgebaut, solltet ihr eine schwarze Teichfolie rundherum an den Innenwänden (Nicht dem Boden!) eures Beetes befestigen. Das funktioniert am besten mit einem Handtacker und den entsprechenden Tackerklammern. Bitte dazu keinen Bürotacker verwenden ;P Die Teichfolie schützt zum einen eure Außenkonstruktion vor dem verrottenden Inhalt, zum anderen hält sie eure Pflänzchen schön warm, so dass ihr auch noch weit in den Herbst und den beginnenden Winter hinein ernten könnt.

Fertig ist der Rahmen, nun folgt der Inhalt.

So schichtest du dein Hochbeet richtig

  • 1. Schicht: Äste, Zweige, Laub (ca. 25cm)
  • 2. Schicht: dünne Äste, gehexeltes Holz und etwas Rasenschnitt (ca. 10-15cm)
  • 3. Schicht: Pferdemist, Dung oder grober Kompost (ca. 10-15cm)
  • 4. Schicht: grober Kompost und Erde (ca. 20cm)
  • 5. Schicht: nährstoffreiche Gartenerde (bis zum Rand auffüllen; bei mir ca. 150L)

Ich habe mein Hochbeet mit insgesamt 5 Schichten gefüllt. Selbstverständlich kannst du hier auch leicht variieren, wobei die Schichten unten grob und nach oben hin immer feiner werden sollten. Insgesamt kommst du nach meiner Anleitung auf eine Höhe von etwa. 80cm. Denke beim Befüllen daran, dass der Inhalt des Hochbeets mit der Zeit absinkt. Das können durchaus um die 20cm werden. Du kannst dein Hochbeet aber jederzeit wieder bis zum Rand mit frischer Gartenerde auffüllen.

1. Schicht: Die Grundlage aus Ästen, Zweigen & Laub

Die unterste Schicht deines Hochbeets sollte aus Ästen, Zweigen und Laub bestehen. Ich habe praktischerweise zu dieser Zeit die Bäume und Sträucher in meinem Garten geschnitten und konnte die Pflanzenabschnitte direkt ins Hochbeet geben. Etwas Laub und Erde darüber, schon kann die Schichtung weitergehen.

2. Schicht: Hexelgut aus dünnen Äste, Holz und etwas Rasenschnitt

Die zweite Schicht besteht aus etwas kleineren, gehexelten Ästen, Holzteilen und Rasenschnitt. Alle drei Bestandteile gut miteinander vermengen und weiterschichten.

3. Schicht: Nahrhaftes von der Pferdeweide

Der Stallmist oder Pferdedung sollte am besten schon etwas abgelagert sein. Ich bin dafür mit einer großen Speiswanne und einigen Eimern zur nächsten Pferdeweide gefahren und habe mich, natürlich mit Absprache der Pferdebesitzerin, reichlich am abgelagerten Pferdemist bedient. Der riecht übrigens auch gar nicht so schlimm, selbst wenn man ihn mit dem Auto in die Stadt transportiert. Solltest du keinen Pferde- oder anderen Mist besorgen können, kannst du auch groben Kompost verwenden.

4. Schicht: Grober Kompost und Mutterboden

Da der Pferdedung ein super Futter, aber für die jungen Pflänzchen doch sehr scharf sein kann, solltest du nun eine großzügige Schicht groben Kompost oder Mutterboden locker einfüllen.

5. Schicht: Feinste Gartenerde

Die letzte Schicht besteht aus nährstoffreicher Gartenerde, mit der du dein Hochbeet bis zum Rand auffüllst. Bevor ich es bepflanzt habe, habe ich etwa eine Woche abgewartet, bis der Hochbeetinhalt etwas eingefallen ist und es dann wieder bis zum Rand aufgefüllt. Diese Zeit musst du aber nicht unbedingt abwarten. Jetzt kann es endlich mit dem Bepflanzen losgehen.

Diese Pflanzen gedeihen in deinem Hochbeet besonders gut

  • Tomate, Paprika, Gurke, Bohnen
  • rote Rüben, Kohlrabi, Radieschen
  • Karotten, Zwiebeln, Lauch
  • Blumenkohl
  • Erdbeeren
  • Kapuzinerkresse
  • Salate

Grundsätzlich freuen sich eigentlich die meisten Gemüsesorten, wenn sie einen Platz in deinem Hochbeet ergattern können. Allerdings solltest du vorher bedenken, wie groß und raumgreifend Pflanzen wie Kürbis, Zucchini oder Rhabarber werden können und ob diese vielleicht eher einen Platz außerhalb deines kleinen Hochbeetes verdient haben. Alles andere, wie Karotten, Zwiebeln, Bohnen oder auch Kapuzinerkresse, die sich auch noch dekorativ an den Außenwänden deines Beet herunterranken lässt, funktioniert absolut tadellos.

In meinem eigenen Beet habe ich eine Tomate, eine Paprika und eine Gurke angepflanzt. Alle drei sitzen Nahe an einer Außenwand, so dass sie nach außen hin noch genug Raum zum Entfalten haben. Dazwischen tummeln sich verschiedene Blattsalate, rote Rüben, Kohlrabi, Mangold, Fingerauberginen und Blumenkohl. Sie wachsen ganz prächtig und sind alle sehr gut angewurzelt. Ich freue mich schon sehr auf die erste Ernte, von der ich dir selbstverständlich berichten werden.

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So pflegst du dein Hochbeet

Eigentlich ist ein Hochbeet ziemlich pflegeleicht. Bis auf das gelegentliche Auffüllen mit frischer Erde muss es auch nicht weiter gedüngt werden. Das erledigen die unteren Schichten durch den Verrottungsprozess nämlich schon von ganz allein. Nach etwa 5 Jahren ist Inhalt dann allerdings relativ nährstoffarm und sollte einmal komplett erneuert werden. Aber bis es soweit ist, kannst du jedes Jahr fleißig ernten.

Und nicht vergessen, das Hochbeet vor allem im Sommer ausreichend zu wässern. Durch die lockere Schichtung im Inneren trocknet es schneller aus als ein normaler Garten.

Mein Tipp: Mach aus deinem Hochbeet ein Gewächshaus

Wenn du es deinen Pflanzen so richtig gemütlich machen willst, kannst du dein Hochbeet auch zu einem kleinen Gewächshaus umfunktionieren. Ich habe dazu zwei ausrangierte Fenster verwendet und sie mit Hilfe von Astgabeln wie ein schräges Dach über meinem Beet befestigt. So sind meine Pflanzen zum einen besser vor Wind und Wetter geschützt und zum anderen haben sie es noch ein bisschen wärmer, was vor allem den Tomaten besonders gut gefällt. Die sind übrigens vor allem was Regen angeht eher empfindlich und werden durch zu viel Feuchtigkeit oft von Krautfäule befallen.

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Gemüsegarten 2.0 – Bauanleitung für dein eigenes Hochbeet | Madame Dessert

Das war meine Bauanleitung für euer eigenes Hochbeet. Ich hoffe, sie hat euch gefallen und es finden sich bald auch in euren Gärten kleine Gemüseoasen. Hinterlasst mir gerne einen Kommentar bei Fragen, Anregungen etc. oder schickt mir ein Foto von euren eigenen Gärtnereien.

Bis dahin, alles Liebe
Eure Madame Dessert


Du hast keinen grünen Daumen? Kein Problem! Auf einem Kräuterspaziergang durch das wilde Würzburg siehst du, welche grünen Alleskönner ganz ohne menschliches Zutun gedeihen. Oder bist du ein Gartenprofi und kennst dich mit Grünem und Kräutern besonders gut aus? Dann versuche dich doch mal an meinem kleinen Kräuterquiz und stell dein Wissen auf den Prüfstand.

3 Kommentare

  1. Sophia sagt:

    Hallo liebe Eva!

    Vielen Dank für diese tolle Anleitung! Ich träume schon lange von einem Hochbeet. 🙂 Noch wachsen Tomaten, Chili und Co. in normalen Kästen auf dem Balkon, aber ich denke, im kommenden Jahr werden sie ein anderes Zuhause bekommen. 🙂
    Liebe Grüße und weiter viel Erfolg beim Gärtnern!

    Sophia

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