Klassisch, deftig, süß – Treberbrot in 3 leckeren Varianten

Treberbrot | Madame Dessert

Kennt ihr Treberbrot? Es wird aus den ausgekochten Getreideresten gebacken, die beim Bierbrauen übrig bleiben. Vor Kurzem habe ich mein erstes Treberbrot gebacken und am letzten Wochenende perfektioniert. Heute zeige euch nicht nur die klassische Variante, sondern auch eine deftige und eine süße Kombination. Wer hat Lust auf ein würziges Treberbrot mit Zwiebeln und scharfem Pfeffer oder doch lieber die süße Versuchung mit Cranberries und Zimt? Aber zuerst gehe ich der Frage nach: Was ist Treber überhaupt?

Treber, Trester, Seih – Was ist das eigentlich?

Treber, auch Träber, Trester oder Seih genannt, ist das ausgekochte, geschrotete Malz, das beim Brauen von Bier übrig bleibt. Wenn man nicht selbst braut, bekommt man es an Brautagen verschiedener kleiner Brauereien.

Bevor ihr den Treber benutzt, solltet ihr ihn nach größeren Getreidespelzen durchforsten. Diese werden beim Backen zwar weich, aber machen sich nicht so schön im Mund. Optional könnt ihr, wie ich, den Treber vor der Verarbeitung auch noch einmal kurz etwas feiner hexeln.

Grundrezept für einen Laib klassisches Treberbrot

Treberbrot | Madame Dessert

  • 500 g Mehl
  • 250 g Treber
  • ½ Würfel Hefe
  • 250 ml Flüssigkeit
  • 1 Tl Salz

Für das klassische Treberbrot kommen alle Zutaten in eine große Schüssel und werden kräftig miteinander verknetet. Als Flüssigkeit habe ich Sprudelwasser verwendet. Die Bierliebhaber unter euch können selbstverständlich auch ihr Lieblingsbier als Flüssigkeitsspender verwenden.

Der Teig sollte nun abgedeckt an einem warmen Plätzchen für mindestens eine Stunde in Ruhe gehen können. Dann kann die Hefe ihrer Arbeit nachgehen und den Teig schön luftig machen. Wenn er sein Volumen in etwa verdoppelt hat und schön aufgegangen ist, könnt ihr ihn weiterverarbeiten. Es ist übrigens kein Problem bzw. geschmacklich sogar von Vorteil, den Teig über Nacht gehen zu lassen und erst am nächsten Tag zu backen. Dann solltet ihr ihn jedoch an einen eher kühlen, statt einen warmen Ort stellen. Hierbei handelt es sich dann um eine sogenannte lange Teigführung, die ein noch geschmackvolleres Brot ergibt.

Ist euer Teig soweit gegangen, kann er in eine gefettete Kastenform gegeben oder zu Laiben geformt werden. Ritzt ihn an der Oberseite drei bis vier Mal mit einem scharfen Messer ein. Euer Ofen sollte nun auf knackige 220°C vorgeheizt werden. Für eine besonders knusprige Kruste könnt ihr zusätzlich eine feuerfeste Form mit Wasser in den Ofen stellen. Nach etwa einer Stunde ist euer Brot fertig gebacken.

Diese klassische Zubereitung des Treberbrotes ist die Grundlage für die beiden nächsten Varianten, die ich euch nur wärmstens ans Herz legen kann.

Rezept für einen Laib deftiges Treberbrot mit Pfeffer & Zwiebeln

Treberbrot | Madame Dessert

  • 500 g Mehl
  • 250 g Treber
  • ½ Würfel Hefe
  • 250 ml Flüssigkeit
  • 1 Tl Salz
  • 2 rote Zwiebeln
  • etwas Öl zum Braten
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Für dieses deftige Treberbrot geht ihr nahezu wie bei der klassischen Variante oben vor. Der einzige Unterschied ist, dass ihr, während der Teig aufgeht, die roten Zwiebeln würfelt und sie in einer Pfanne mit etwas Öl karamellisiert. Ist der Teig schön aufgegangen, könnt ihr die angeschwenkten Zwiebeln hinzugeben und alles großzügig mit frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer würzen. Danach geht es wie schon bei der klassischen Version für etwa eine Stunde bei 220°C in den vorgeheizten Ofen.

Die Idee zu diesem herzhaften Zwiebeltreberbrot kam übrigens von Monsieur Entrée, den ihr vielleicht schon vom Rhabarberkuchen Cake Off oder dem Cheese Cake Off kennt. Vielen lieben Dank an dieser Stelle 🙂

Rezept für einen Laib süßes Treberbrot mit Zimt & Cranberries

Treberbrot | Madame Dessert

  • 500 g Mehl
  • 250 g Treber
  • ½ Würfel Hefe
  • 250 ml Flüssigkeit
  • 1 Prise Salz
  • 3-4 El brauner Zucker
  • 1 Tl Zimt
  • 1-2 Hände voll Cranberries, getrocknet & gesüßt

Mittlerweile kennt ihr meine Schwäche für Süßes ja ziemlich gut. Da wird es euch nicht wundern, dass ich natürlich auch für das Treberbrot eine süße Variante kreiert habe. Dieses Brot ist sooo lecker, dass man es sogar pur essen kann. Ganz einfach so. Ohne nix drauf. Aber natürlich schmeckt es auch mit Frischkäse und Marmelade, Erdnussbutter und Banane oder oder oder ganz ausgezeichnet.

Für das süße Treberbrot stellt ihr wie immer euren Grundteig her, in dem diesmal allerdings nur eine Prise Salz, statt eines ganzen Teelöffels enthalten ist. Ist der Grundteig gut aufgegangen, kommen noch brauner Zucker, Zimt und Cranberries hinzu. Nach einer Stunde im 220°C heißen Ofen könnt ihr das fertige Brot in vollem Maße genießen.

Welches Treberbrot ist dein Favorit?

Natürlich sind die möglichen Variationen des Treberbrotes schier unendlich. Wie wäre es zum Beispiel mit Nüssen, Kirschen, Aprikosen, Schinken, Lauch oder oder. Vielleicht habt ihr ja Lust, euch einmal an einer ganz neuen Kombination zu versuchen und mir davon zu berichten? Ich bin gespannt auf eure Versuche und wie sie euch schmecken.

Macht es euch lecker!
Eure Madame Dessert


Ob süß oder herzhaft, mit diesem Soulfood wirst du garantiert glücklich: vegane Marshmallows im Krokantmantel, fluffige Schaumküsse ohne Gelatine oder Gebäck to the roots: Stockbrot vom Lagerfeuer.

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